26.06.2012
LIFE Projekt Programm zur nachhaltigen Entwicklung in der Reinigungsbranche / Cleaning Industry Sustainable Development Programme
LIFE+ (L’Instrument Financier pour l’Environnement: Promouvoir L’ Union Soutenable) ist ein Förderprogramm der EU, das Umweltschutzbelange unterstützt. Es ist komplementär zum 7. Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung auf europäischer Ebene und anderen EU-Förderprogrammen wie dem CIP (Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigket und Innnovation) ausgelegt, die ebenfalls den Naturschutz thematisieren und fördern.
Ziel von LIFE+ ist die Umsetzung und Entwicklung der EU-Umweltpolitik und Umweltrichtlinien durch die Kofinanzierung von Pilotprojekten mit europäischem Mehrwert.
Für die Reinigungsbranche wurde vom französischen Verband der Reinigungsunternehmen FEP (Fédération des entreprises de propreté et services associés das LIFE+ Projekt zur nachhaltigen Entwicklung beantragt.
Programmlaufzeit: 2010 – 2012
Initiative und Federführung: FEP
Beteiligte Länder neben Frankreich: Belgien, Großbritannien, Italien und Deutschland
Kurzbeschreibung: In dem vom französischen Verband angestoßenen EU-LIFE+-Projekt werden Kriterien erarbeitet, die zum nachhaltigen Wirtschaften in der Gebäudereinigung beitragen. Anschließend können Betriebe mit Hilfe einer Selbstbewertungs-Software, in der diese Kriterien als Bewertungsgrundlage eingearbeitet sind, beurteilen, wie weit ihr Unternehmen auf dem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens voran geschritten ist. Über die Aktivitäten des federführenden französischen Verbandes können Sie sich auf der Internetseite des FEP erkundigen: http://www.proprete-services-associes.com/le-developpement-durable/programme-europeen-life
Ziel des Projektes:
Reduzierung der Umwelteinflüsse von
Reinigungsunternehmen durch…
… Integration nachhaltiger Entwicklung in das unternehmerische Handeln
… Verbesserung des Branchenimage
… Verbreitung von Best Practice innerhalb des EFCI-Netzwerks (EFCI = European Federation oft he Cleaning Industry = Dachverband der Unternehmerverbände der Reinigungsbranche in Europa)
Ablauf des LIFE-Projekts
- FEP erstellt einen Kriterienkatalog als Basis
- B, D, GB und I adaptieren diese Referenz auf nationaler Ebene
- FEP erarbeitet Selbstdiagnose-Werkzeug (internetbasiertes Software-Tool)
- B, D, GB und I adaptieren Software
- Testung der Software in französischen Unternehmen
- Einarbeitung der Testergebnisse in die Software
- Testung der Software durch Unternehmen in den anderen beteiligten Nationen
Kommunikation und Verbreitung
- Bewerbung in nationalen Verbänden
- Zwei Europäische Konferenzen (24.09.10 in Paris und 27.09.12 in Rom)
- Im Anschluss: Verbreitung der Ergebnisse und Best Practice Beispiele bei Unternehmen und weiteren EFCI-Mitgliedern
1. Konferenz im Rahmen des LIFE-Projektes:
Am 24. September 2010 hat in Paris der erste von zwei Kongressen zur Nachhaltigkeit in der Gebäudereinigungsbranche stattgefunden. Auf Einladung der EFCI und im Rahmen eines europäischen LIFE-Projektes unter Federführung des französischen Verbandes FEP haben Vertreter aus den fünf am Projekt beteiligten Nationen Beispiele der Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens in der Gebäudereinigung präsentiert.
Bereiche unternehmerischen Handelns, die der französischer Katalog identifiziert:Soziale Verantwortung (Chancengleichheit, Arbeitsbedingungen, Qualifikation der Beschäftigten)Umweltschutz (Abfall, Einfluss von Reinigungsmitteln, Energieverbrauch)Partnerschaften (NGO, Verbände, Kunden, Lieferanten)Unternehmensführung (Verpflichtung zur NE, Risiken, Berichtswesen)Ablauf des Pilotprojektes in Frankreich I
- Weiterbildungsprogramm des FEP
- Befähigung der Unternehmen (KMU), NH-Strategie zu entwickeln und umzusetzen
- Unternehmensberatung mit Aus- und Weiterbildung
- Start in 2009
- Anfang 2011: 120 Unternehmen involviert
- KMU von unter 20 bis über 250 Mitarbeiter
- Fast 70 % der beteiligten Unternehmen haben zwischen 20 und 250 Beschäftigte
- Ergebnis: Kriterienkatalog mit 51 Positionen
Umsetzung in beteiligten Ländern:
- Entwicklung eigener Programme
- Nationale Arbeitsgruppen, die Programme erarbeiten, Kataloge und Software testen – in Übereinstimmung mit nationalen Empfehlungen
- Ausarbeitung individueller Aktionspläne durch Unternehmen
- Auf Basis eines nationalen deutschen Kataloges, anhand welcher Kriterien Nachhaltigkeit in der Gebäudereinigung definiert werden kann, wird das Softwaretool angepasst und ermöglicht es jedem Unternehmen, das eigene Handeln im Hinblick auf Nachhaltigkeit zu bewerten.
Aufgabenverteilung
- FEP
- Pilotprojekt, Projektmanagement, EU-Ansprechpartner, Berichterstattung
- EFCI
- Koordination, Bewerbung auf europäischer Ebene
- Beteiligte Verbände
- Bewusstseinsbildung bei Unternehmen, nationale Programme, Software-Testung, Bewerbung
Aktueller Stand (Juni 2012): Ausarbeitung der endgültigen Inhalte für die deutsche Version des Software-Tools. Anschließend erfolgt die Programmierung und Testung durch rund 10 Unternehmen bis November 2012. Ab 2013 steht das Softwaretool nach entsprechender Modifikation anhand der Testergebnisse dann allen Mitgliedsunternehmen der Verbände und Innungen des Gebäudereiniger-Handwerks zur Verfügung.
Auch wenn das Thema bislang die Branche -noch- nur am Rande streift, ist aufgrund der zu beobachtenden Entwicklung in vielen anderen Wirtschaftsbereichen davon auszugehen, dass es über kurz oder lang auch zu (Standard-) Forderungen vieler Kunden gehören wird, von ihren Gebäudedienstleistern einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu erwarten. Mit den Ergebnissen des LIFE+-Projektes wird dies den Mitgliedsbetrieben des Verbandes erleichtert. Mit Hilfe des Selbstdiagnose Software-Tools ist eine Bewertung des eigenen Status quo hinsichtlich des nachhaltigen Wirtschaftens möglich sowie das Ableiten der künftigen Aktionspläne und Maßnahmen.
Auskünfte zum Projekt erhalten Sie in der BIV-Geschäftsstelle in Bonn, Ansprechpartnerin ist Christine Sudhop, stellv. Geschäftsführerin des BIV (Telefon: 0228-917750, Email: christine.sudhop@
gebaeudereiniger.de ).

Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks